Battery Quick Check

Der datenbasierte Zustandsbericht der Traktionsbatterie

Prognosen über Lebensdauer einer Traktionsbatterie oft ungenau

Der tatsächliche Batteriezustand einer Traktionsbatterie lässt sich ohne eine herstellerunabhängige Diagnose nicht zuverlässig bestimmen. Zwar liefern Elektrofahrzeuge selbst Informationen zum Batteriezustand. Jedoch zeigt die Praxis, dass der vom Managementsystem der Batterie gelieferte „State of Health“ häufig stark von der Wirklichkeit abweicht. Entsprechend sind Prognosen über die weitere Lebensdauer und Leistungsfähigkeit einer Traktionsbatterie auf dieser Grundlage oft ungenau.

Die Alterung einer Batterie ist vom individuellen Nutzungsverhalten abhängig

Traktionsbatterien von Elektrofahrzeugen bestehen heutzutage meist aus Akkumulatoren auf Lithiumbasis wie beispielsweise Lithium-Ionen-Batterien. Solche Lithium-Ionen-Batterien altern: Die nutzbare Kapazität der Batterien verschlechtert sich im Laufe der Jahre. Fachleute unterscheiden den Alterungsprozess nach einer kalendarischen und einer zyklischen Alterung.

Kalendarische Alterung

In der kalendarischen Alterung beeinflussen verschiedene Faktoren wie Temperatur und Ladezustand den Alterungsprozess. So liegt die „Wohlfühltemperatur“ einer Lithiumzelle bei etwa 20 Grad Celsius. Wird die Zelle dauerhaft bei beispielsweise 30 Grad Celsius gelagert, altert sie rund doppelt so schnell wie bei 20 Grad Celsius. Ebenfalls Einfluss auf die kalendarische Alterung hat der Ladezustand. Der ideale Ladezustand, um eine Lithiumbatterie zu lagern, liegt bei rund 50 Prozent der Maximal-kapazität. Sowohl eine dauerhafte Lagerung im maximalen Ladezustand als auch eine Lagerung bei 0 Prozent Ladezustand führen zu einer verkürzten Lebensdauer.

Zyklische Alterung der Batterien

Die zyklische Alterung ergibt sich durch das Fahr- und das Ladeverhalten. Beim Fahrverhalten führt ein sportlich-aggressiver Fahrstil mit starker Beschleunigung beim Anfahren und seltenem regenerativen Bremsen zu einer höheren Belastung für die Batterie. Beim Ladevorgang wird durch häufige Nutzung von Schnelllade­möglichkeiten die Batterie ebenfalls stärker beansprucht. Hingegen ist ein vorausschauender Fahrstil schonend für die Batteriealterung – beispielsweise, indem die spätere optimale Ladeart bereits mit eingeplant wird.

Ablauf des Battery Quick Checks

  1. Das Elektrofahrzeug wird an eine mobile Ladestation angeschlossen und ein Diagnosegerät über die OBD2-Schnittstelle mit dem On-Bord-Diagnose-System eines Fahrzeugs verbunden.

  2. Qualifiziertes Werkstattpersonal oder Sachverständige von TÜV Rheinland lesen über die Schnittstelle in ca. einer Stunde alle relevanten Daten aus.

  3. Die Daten der Batterie werden anschließend in die BQC-Cloud gesendet.

  4. In der Cloud werden durch intelligente Algorithmen verschiedene Batterieparameter geschätzt und das Verhalten der im Fahrzeug vermessenen Batterie mit den hinterlegten Modellen verglichen.

  5. Das Ergebnis ist ein unabhängiger und präziser Zustandsreport zur Traktionsbatterie – der Battery Quick Check Report.

Der Zentrale Wert – SOH (State of Health)

Der zentraler Wert im Zustandsreport ist die Kapazität der Batterie in Prozent (State of Health oder SOH genannt). Die 80 Prozent-Marke ist hierbei ein Anhaltspunkt: Sinkt die Kapazität bis auf diesen Wert, kann die Batterie in der Regel nicht mehr sinnvoll im Fahrzeug eingesetzt werden. Je näher die Kapazität hingegen an 100 Prozent liegt, desto höher der Restwert der Batterie.

Der Batteriereport enthält neben dem SoH-Wert weitere Batterie- und Fahrzeugparameter, wie beispielsweise Batterietemperatur oder Kilometerstand, die beschreiben, wann und unter welchen Bedingungen die Batteriebewertung stattgefunden hat.

„Wir haben die erste marktreife Dienstleistung für Geschäftskunden, um gebrauchte Traktionsbatterien – die teuerste Einzelkomponente des Elektrofahrzeugs – herstellerübergreifend und unabhängig zu bewerten“

Dr. Matthias Schubert, Executive Vice President Mobility TÜV Rheinland

Wie wirkt sich der Battery Quick Check auf die Restwerte aus?

Mit einem Batteriereport im Gutachten für alle gebrauchten BEVs werden die durchschnittlichen Restwerte steigen.

Für wen ist ein Battery Quick Check sinnvoll?

Der Battery Quick Check bietet sich als Grundlage der Wertermittlung in jedem Szenario an, in dem der Restwert eines BEV eine Rolle spielt: bei Leasing-Rückläufern, bei jedem Halterwechsel, bei Haftungsübergang etc.

Gebrauchtwagenkäufer sollten künftig auf ein Zertifikat für unabhängig bewertete Batteriequalität bestehen, um sich abzusichern.

Gebrauchtwagenverkäufer wiederum sollten ein Zertifikat vorlegen, um den maximalen Wiederverkaufspreis zu erhalten.

Flotten- und Leasingunternehmen könnten gemeinsam mit Flottenmanagern Anreize für eine bessere Batterienutzung schaffen, ähnlich wie bei mehr und weniger Kilometern.

Wie lange dauert ein Battery Quick Check?

Die Dauer des Battery Checks ist von der Batteriegröße und der maximal möglichen Ladeleistung abhängig und unterscheidet sich daher bei verschiedenen Fahrzeugmodellen. Der Battery Quick Checks ist für die meisten Fahrzeugmodelle während eines 60 bis 90 minütigen Werkstattaufenthalts durchführbar.

Kann jede Werkstatt einen Battery Quick Check vornehmen?

Wir werden nach Produktstart zunehmend das Angebot erweitern, so dass jede Werkstatt den Battery Quick Check vornehmen kann.

Können auch Privatkunden einen Battery Quick Check samt Zertifikat erhalten?

Wir bieten den Battery Quick Check zunächst nur für gewerbliche Kunden an. Ggf. können Privatkunden den Service später über ihre Fachwerkstatt oder freie Werkstatt beziehen.

Übernimmt Battery Quick Check GmbH eine Gewährleistung über die Restkapazität bzw. Lebensdauer einer geprüften Traktionsbatterie?

Nein, denn wir bestätigen immer den SoH zum Zeitpunkt der Prüfung. Die weitere Entwicklung von Batteriekapazität und Lebensdauer hängt vom künftigen individuellen Umgang mit der Batterie ab.

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